Wizard - Thor
Wizard – Thor

1. Utgard (False Games)
2. Midgards Guardian
3. Asgard
4. Serpents Venom
5. Ressurection
6. The Visitor
7. What Would You Do
8. Utgard (The Beginning)
9. Stolen Hammer
10. Lightning
11. Pounding In The Night
Nachdem wir vor einigen Wochen ein Interview mit den Wizards veröffentlichten, folgt nun das Review zum aktuellen Longplayer 'Thor'.
Mit diesem Album feiern Wizard aber auch ein Jubiläum – die Band wird 20!
'Thor' – das klingt stark nach Manowar-inspiriertem True Metal...was auch auf den ersten Hör auch stimmt. Hört man die Platte jedoch etwas eingehender, entfaltet sich das Album erst vollständig. Nein, die Bocholter sind nicht nur stumpfe True-Metaller, sie bauen auch teils leicht progressive Teile in die Musik ein oder kombinieren sie mit Speed Metal oder Power Metal.
Das ganze klingt doch ziemlich vielversprechend...außerdem nennt das Label die Band 'die beste True-Metal-Band Deutschlands'. Aber sagen die Labels das nicht immer?
Allerdings...im Falle Wizard muss ich da Recht geben! Gegen Kollegen wie Metalforce oder auch Stormwarrior gewinnt die Band knapp, da sie durchgängig gute Alben veröffentlichte und immer ihrem Stil treu blieb. Letzteres können auch die beiden genannten Bands von sich behaupten, dort gibt es jedoch auch ein oder zwei Durchhänger in der Diskographie. Nicht so bei Wizard.
Schon das erste Album 'Son of Darkness' konnte mit tollen Riffs und einem viel Potenzial habenden Sven D'Anna punkten.
Ebenso weiter ging es mit dem Epos 'Battle of Metal' und 'Bound by Metal', dann kam die Platte, für die Wizard für mich den Sprung von der 'Obere-Mitteklasse-Band' in die Liga der richtig guten Bands geschafft haben: 'Head of the Deceiver'. Episch, Melodisch, Hart. Riffs, Gesang, Melodien, alles klasse. Mit 'Odin' 2003 verbesserte sich die Band nochmal, dieses Niveau hielten sie auf 'Magic Circle', aber mit 'Goochan' gab es dann ein etwas schlechteres Album, was etwas zäh war, aber die genialen Hymnen 'Witch of the enchanted Forest', 'Call to the Dragon' und dem Hit 'Return of the Thunderwarriors' enthielt.
2 Jahre danach wartet die Band mit dem neuen Werk 'Thor' auf, von welchem ich mit Recht behaupten kann, dass dies das beste Werk der Bandgeschichte ist.
Ach so: Auch dieses Album enthält wieder eine komplexe Story, die im sehr dicken Booklet geschrieben steht...aber kauft euch das Album, es lohnt sich!
'Thor' beginnt direkt mit einem schnellen Riff und Drums, die 'Utgard (False Games)' einleiten. Genau so ist auch der Song ein sehr eingängiger Up-Tempo-Headbanger, der besonders live den Fans viel Freue bereiten wird, da sich der Refrain sehr schön mitgrölen lässt 
Erst der 2.Song, und schon ein Highlight: 'Midgards Guardian', der schon auf diversen Magazin-CDs enthalten war, folgt. Das Stück lässt sich in die Art der schnellen Mid-Tempo-Stücke einordnen. Das heißt: Headbangen pur. Eine total eingängige Melodie, ebenso der Refrain – Wirklich klasse! Auch der Text ist interessant und prägt sich gut ins Gedächtnis. Drummer Sören leistet ganze Arbeit, die Doppelfussmaschine bläst einem die Ohren weg...genial.
Weiter geht es mit dem episch betitelten 'Asgard'. Vom Namen her Manowar, von der Musik her Speed Metal a la Stormwarrior. Ein sehr schnelles Stück, der Refrain lädt zum Schmunzeln ein – Sänger Sven schreit in höchsten Tonlagen den 'Realm of the Gods' heraus. Aber gerade die Selbstverständlichkeit, mit der die Band den True Metal lebt, macht zumindest für mich das Album großartig, und die Band verdient unbedint die Unterstützung.
Eine ruhige Keyboard-Untermalung, eine cleane, langsame Gitarre...so wird 'Serpents Venom' eingeleitet. Sven singt sehr klar und ruhig...bis dann die Drums und fetten Riffs durchs Gehölz brechen und der Song zu einem schweren Heavy Metal-Stück wird. Trotz seiner Qualität fällt er etwas ab – was aber im Vergleich zu den vorherigen Liedern nicht schlimm ist, die Band kann ja nicht immer so spielen...sonst hätte ich es hier mit einem 15-Punkte Album zu tun.
Eins der genialsten Riffs der letzten Jahre begegnet uns bei 'Resurrection' – Ein fettes Riff, welches, wenn man Surround-Sound hat, mit jedem Takt den Lautsprecher welchselt, dann setzten die Drums ein, der Song entwickelt sich zu einem schnellen, sehr schnellen Track mit viel Doublebass und Riffs. Nichts besonderes, aber durch das Riff sehr hervorstechend.
Nun folgt der 'Pseudo-Titel-Track', der anstatt 'The Visitor' genauso gut hätte 'Thor' heißen können – im Refrain wird tausendmal 'I AM THOR!' gesungen, da wäre 'Thor' naheliegend gewesen. Aber dennoch – Der Song ist das absolute Highlight der Scheibe, Der Refrain geht sofort in den Kopf und verlässt ihn auch erstmal nicht und der Rhythmus animiert sehr gut zum Headbangen. Live wird dieser Song sicher klasse ankommen – I Am Thor!!!
Wieder etwas schneller wird es mit 'What Would you do'. Mit 'diesem Stück hat man einen sehr guten Song am Start, der auch einen guten Text hat und die Stärke der vorherigen Songs noch halten kann. Dennoch verstärkt sich mit den folgenden Songs der Eindruck, dass die großen Hits am Anfang standen.
'Utgard – The Beginning'. Was, The Beginning? Ja, im Booklet steht auch, man solle diesen Track als erstes hören, wenn man das Konzept verfolgen will. Mit dem Track kann die Band nochmal überzeugen, zum einen durch das Intro, zum anderen durch den guten Refrain, der mit viel Doublebass unterlegt ist.
'Stolen Hammer' handelt für mich von einer der genialsten Geschichten, die die Nordische Mythologie hergibt. Ich fasse mal kurz zusammen:
Eines Morgens wacht Donnergott Thor auf und bemerkt, dass sein Hammer Mjölnir weg ist – von den Riesen gestohlen. Der König der Riesen wollte diesen jedoch nur herausgeben, wenn die schönste Göttin Frigga ihn heiraten würde.
Also wurde eine List erdacht, und zwar eine recht interessante: Thor verkleidete sich einfach als Frau und begab sich so zum Fest des Riesen-Königs.
Mit Verwunderung sahen der König und seine Gäste jedoch, wie die Braut einen Ochsen und acht Lachse aß und dazu drei Kufen Met trank.
Dies störte jedoch nicht großartig...also wurde die Hochzeitsgabe geholt: Mjölnir! Und dieser wurde der vermeintlichen Braut in die hand gegeben. Am Ende des Tages lebte keiner des Geschlechts des Riesen-Königs mehr.
Auch der Song spiegelt die Geschichte sehr gut wieder, ist auch mit viel und schnellen Drums unterlegt, der Refrain ist schön eingängig. Wieder ein Kracher...die Hits standen doch nicht am Anfang, für einige Songs muss man nur öfter das Album hören.
'Lightning' ist dann doch ein etwas belangloser Speed/True Metal-Song, der zwar gut ist, eingängig ist, aber nicht wirklich überzeugen kann. Möglicherweise wegen seinen teils merkwürdigen Einlagen, die die Strophen etwas unterbrechen. Der Refrain erinnert ein wenig an 'Asgard' erreicht aber nicht die Qualität desjenigen. Guter Speed Metal.
Mit 'Pounding in the Night' kommt nochmal ein richtiges Highlight am Ende der Scheibe dahergaloppiert – episches, chorales Intro, die Chöre ziehen sich durch den ganzen Song, und ein toller Rhythmus, der sich perfekt mit den Riffs und dem eingängigen Refrain verbindet. Ein sehr würdiger Abschluss!
Wie schon zu Beginn gesagt: 'Thor' ist das bisherige Meisterwerk der True Metal-Recken aus Bocholt. Epik, Eingängigkeit und Melodik, verbunden zu einem einzigen Werk rund um den Gott Thor mit einer packenden Story, tollen Lyrics und einem überragenden Sänger. Also nicht nur etwas für Fans von Manowar & Co., sondern auch für sämtliche Klientel der Genres Power/Heavy/True/Speed/Melodic Metal, da Wizard all diese perfekt vereinen.
13/15 Punkte
Chris
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