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Seventh Avenue - Terium

SEVENTH AVENUE - Terium

Stil: Power Metal
Label: Massacre Records
Songanzahl: 15 Songs
Webseite:

http://www.seventh-avenue.de/

Wertung: 13,5/15
Reviewer: Steelbound



 

 

 

Obwohl die Classic/Heavy Metaller von Seventh Avenue viel Prominenz auf ihrem neuen Album haben, obwohl sie eine Headliner-Tour durch Südamerika verbuchen können, obwohl sämtliche ihrer Alben in der Presse gelobt wurden... sind sie bei uns in Deutschland immer noch nicht in dem Maße bekannt, in dem sie es verdient hätten.

Denn sie spielen wirklich erstklassigen, eingängigen und melodischen Power Metal, der absolut nichts modernes an sich hat und würden jedem Helloween/Gamma Ray/Rage-Fan gefallen.

Genau dies beweisen sie wieder einmal mit dem aktuellen Werk 'Terium', das nur so vor eingängigen Hymnen, vermischt mit einigen High-Speed-Tracks, strotzt.

Mit 'Eternals' aus dem Jahre 2003 konnte die Band schon ordentlich punkten, doch meiner Meinung nach ist 'Terium' das beste Album der Bandgeschichte. Geniale Songs, Herbie Langhans am Mikro, den ich zu meinen Lieblingssängern zähle, und ein tolles Konzept.

Ja, ein Konzept, welches in einer fiktiven Zukunftswelt spielt.

Insgesamt dreht sich alles um das Terium, welches in den Minen des Planeten Kranos abgebaut wird. Dieses verlängert das Leben und schützt vor Krankheiten. Dann gibt es auch noch das sehr teure Silberterium, dass sich fast niemand leisten kann – es macht unsterblich.

Nur einige Tausend Menschen haben sich auf einem Planeten namens Nufridon niedergelassen und leben nach den alten Prophezeiungen, nämlich ohne Terium.

Eines Tages taucht ein Mann namens Ratis auf und versucht, die anderen Menschen ebenso von einem Leben ohne Terium zu überzeugen.

Doch da haben natürlich einige Leute etwas dagegen: die Regierung und die Priester. Ratis wird verfolgt.

Erinnert ein wenig an die Inquisition... die komplette Geschichte könnt ihr euchHIER durchlesen, es lohnt sich! Damit haben Seventh Avenue wirklich etwas sehr besonderes geschaffen, eine ausführliche Geschichte und dann auch noch gut vertont.

Aber Moment Mal...

Ach ja, die Musik müssen wir ja auch noch besprechen!

Da das Album ein Konzeptalbum ist, und Konzeptalben nicht ohne eine entsprechende Spielzeit auskommen...haben wir hier direkt ganze 71 Minuten an Hörspaß!!!

Und für Konzeptalben obligatorisch; Ein Intro. So ist auch hier eines vorhanden, und zwar trägt dieses den Namen

'Under the Surface'.

Ein bisschen futuristische Geräusche und Melodien, es wird immer etwas lauter, bis es zu...

'Crowd in the Dark' übergeht.

Der Song beginnt mit einem Blind Guardian-Ähnlichen Rhythmus, dann herrscht jedoch ein fettes Riff vor, und Herbie schreit sich die Seele vom Leib.

Das Ganze entwickelt sich zu einem schnellen, rhythmischen Power Metaller, der einen hervorragenden Chorus besitzt und einen sofort mitreißt. Das ist doch ein vielverprechender Anfang!

 

Nochmal besser wird es mit dem Titeltrack 'Terium', welcher auch sehr schnell dahergaloppiert kommt und mit viel Doppelfussmaschinen aufwartet. Ein Riff jagt das nächste, Sänger Herbie gibt alles, und auch der Refrain hebt den Hörer in höhere Sphären. Eine langsame Bridge leitet zu ihm über, dann ein kurzes Sing-Along, und einer der großartigsten Refrains, den ich in letzter Zeit gehört habe.

Die Gitarren liefern sich ein Duell, was dem Song viel Kraft verpasst und die Band spielt auf Spitzenklasse.

 

Und sie hören nicht auf! 'Autorities' beginnt zwar sehr langsam und mit einem zähen Gitarrenriff – doch dann: Ein toller Scream von Herbie, und der Song nimmt an Speed auf. In der Strophe sind tolle Gitarrenläufe zu hören, und der Refrain...wie immer: Göttlich! Da haben sich die 4 Jahre Wartezeit für jeden Fan und Nicht-Fan gelohnt, jedes einzelne Stück ist ausgefeilt bis ins Letzte.

'Autorities' könnte man zuerst etwas verpassen, da man immer noch die übermächtigen Refrains der beiden Vorgänger-Stücke im Kopf hat, aber wenn man das Album richtig durchhört, lernt man das Stück richtig zu schätzen.

 

Nun folgt die versprochene High-Speed-Hymne: 'Futures Dawn' ballert dermaßen rein, ich kann es nicht beschreiben. Ein fettes Riff nach dem anderen, Doublebass bis zum Anschlag, und ein Herbie, der auf dem Zenith seiner Sangeskünste singt, Schreie loslässt, die jedem Metalhead die Ohren wegblasen...das Highlight auf dem Album, einer der großartigsten Speed Power Metal-Songs der letzten Jahre!

 

Weiterhin interessant folgt das Stück 'Brighter Than the Sun'. Der Song beginnt mit einem Männerchor, von schnellen Gitarren unterlegt. Und wieder herrscht hier ein hohes Tempo vor, wieder vermögen die Instrumentalisten zu begeistern. Ich kann es nur immer wieder sagen: Herbie ist genial!

Das Thema vom Anfang wiederholt sich im Refrain, nur mit etwas mehr Geschwindigkeit. Besonders die Textzeile ''There is no salvation in Endless Life'' brennt sich ins Gehirn ein.

 

Mit einem schnellen Riff im Stile von Iron Maiden wartet 'Needs' auf, dann folgt eine melodische Lead-Gitarre. Leider geht der Chorus hier nicht sofort ins Ohr, dennoch macht die Band einen guten Job, aber im Vergeich zu den vorherigen Songs fällt der 7. Song etwas ab. Dennoch ein gutes Stück!

 

'Two Masters' beginnt mit einer Art Sprechgesang (wichtig fürs Konzept!), lässt dann aber wieder die Gitarren und Herbie los, wobei beide im Zusammenspiel großartig sind. Auch der Refrain ist sehr eingängig, aber man bekommt das Gefühl, als wenn Seventh Avenue die Klasse der ersten 6 Songs nicht halten könnte.

 

So nimmt man sich erstmal eine Auszeit – Eine Ballade kann nicht falsch sein. Besonders nicht, wenn es eine so gute wie 'Hands of the King' ist. Ein langsamer Rhythmus herrscht im Song vor, und die Gitarren spielen mal verzerrt, mal clean, aber immer sehr melodisch. Auch Herbie stellt seine Stimme eine Stufe runter, singt sehr ruhig, wohltönend und angenehm. Im zweiten Teil wird es dann mit einem Solo etwas schneller, um dann aber nur nochmals in den harmonischen und eingängigen Refrain überzugehen.

 

Anschließend folgt wieder ein High-Speed-Stück mit dem Namen 'Priests and Servants'. Dieses beginnt jedoch auch sehr melodisch und mit Klavier-Untermalung. Doch auch hier kommt schnell ein rasendes Riff hervor, und die Doublebass dröhnt wieder.

Auch der Refrain kann wieder überzeugen und schließt an den ersten, großartigen Teil des Albums an.

 

Mit 'Trail of Blood' folgt jedoch leider, leider wieder ein 'nur' mittelmäßiger Heavy Metal-Song. Die Gitarren schraddeln etwas unmotiviert, auch der Rhythmus ist nicht sehr passend.

 

Mit einer fetten Drum-Einlage startet 'Betrayal' durch, das wieder gut punkten kann und auch wieder mit seiner Geschwindigkeit und dem Zusammenspiel der Instrumente und Gesang besticht. Auch der Chorus ist wieder angenehm power-metallisch-eingängig, damit erreicht der Song fast wieder die Qualität der 'großen Sechs'.

 

Ein Bass-Intro leitet 'Way to the Stars' ein, die Gitarre leiert eine kurze Melodie herunter. Leider ist auch dieser Song keine Sternstunde der Band, der einzige Lichtblick ist der interessante, epische Mittelteil.

 

Wieder eine Ballade: 'Innocence'. Herbie singt wie ausgewechselt, man erkennt ihn fast nicht wieder. Sehr ruhig und melodiös klingt er hier, sogar noch mehr als in 'Hands of the King'. Der Song ist alleine schon durch seine großen Melodien und dem großartigen Herbie ein Highlight der Scheibe, auch wenn man eher die Power-Stücke hören wird: Dieser Song ist eine der besten Balladen die es im Power Metal gibt!

 

Dann gibt die Band nochmal Gas: Ein melodisches Gitarrenriff, Doublebass, ein kitschiger Titel: Die 'New Era' bricht an. Der Song beweist wieder die großartigen Qualitäten dieser Band, die es schafft, Eingängigkeit mit Komplexität zu verbinden, Melodie mit Härte und sowieso eines hat:

Meinen Lieblingssänger.

Das muss ich nochmal sagen. Herbie Langhans – merkt euch diesen Namen, Leute! Dieser Mensch ist – wenigstens was den Gesang betrifft – fast ein Gott. Eine Stimme, die in der Schnittmenge von Jorn, Peavy, Andi Deris, Michael Kiske oder auch Tobias Sammet liegt, allerdings jeglichen Anteil an Modernität, den manche der genannten Sänger manchmal haben, auslässt und deutlich aus der Menge hervorsticht.

 

Ich kann Seventh Avenue nur zu diesem Album grautlieren. Auch wenn einige Songs etwas langweilig ausgefallen sind, können sie jedoch allesamt überzeugen und zeigen auf, dass es auch eine deutsche Power/Classic Metal Band heutzutage noch schaffen kann, ein außergewöhnliches Album auf den Markt zu bringen – ganz Abseits von allen Klischees oder Überflüssigkeiten, wie sie viele der heutigen Bands zeigen.

 

Dieses Album hat im Regal eines JEDEN Heavy/Power/Melodic/True Metal-Fans einen Ehrenplatz verdient. Diese Story, diese Eingängigkeit, diese Instrumente...dieser Sänger!!!

Damit entlasse ich euch, ehrenwerte Leser...und höre mir das Album nochmal an, rauf und runter, bis der Player explodiert und die Menschen an den Terium-Schlangen anstehen.

 

 

 


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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Linkonator, 04.03.2010 17:16:00:
Also meiner Meinung nach hat Seventh Avenue mit der CD Terium mehr als nur 15 Punkte verdient! ;)

Kommentar von Rocco, 04.03.2010 10:24:38:
Chris hat Terium nicht verstanden



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