Mob Rules - Radical Peace
MOB RULES - Radical Peace
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Mit dem Erscheinen ihres 6. Studiowerkes 'Radical Peace' feiern Mob Rules ein kleines Jubiläum; vor genau 10 Jahren veröffentlichten die norddeutschen Melodic Metaller ihr Debüt-Album 'Savage Land'. Damals waren sie zwar noch recht unbekannt, dennoch blieb 'Savage Land' nicht unbekannt und erfreute sicher viele Metaller. Schon ein Jahr später folgte das etwas stärkere 'Temple of Two Suns', doch mit dem Album stagnierte Mob Rules etwas.
Das sollte sich erst mit dem Meisterwerk 'Hollowed be thy Name' im Jahre 2002 ändern, welches der Band den Durchbruch brachte und eine perfekte Kombination aus Melodie und Härte war, Gitarre und Keyboard gelungen verband. Zwei Jahre darauf folgte 'Among the Gods', welches die Position der Band in der deutschen Metalszene noch einmal festigte.
Der richtige Erfolg kam dann allerdings 2006, als die Band 'Ethnolution A.D.' veröffentlichte. Geniale, komplexe Songstrukturen, dennoch eingängig und nachvollziehbar.
Und, zum Glück, auch auf dem neuen Album der Band immer vorhanden. Es hat sich nichts geändert?
Nicht ganz.
Während die Vorgänger viel Wert auf mehr oder weniger opulente Intros legten, startet der Opener 'Children of the Flames' mit cleanen Gitarren und Klaus' (jetzt schon perfektem) Gesang, nach ca. 10 Sekunden geht aber die Post ab: Richtig fette Gitarrenriffs und treibende Drums setzen ein; Klaus legt einen tollen Schrei hin und zeigt direkt, dass sich bei ihm absolut nichts verändert hat. Allerdings bei den Keyboards: Auf 'Radical Peace' hält sich dieses etwas zurück, während die beiden Gitarren in den Vordergrund rücken. Das ist aber keineswegs schlecht, im Gegenteil, es ist sehr angenehm, da beide Gitarristen tolle Riffs und Soli abliefern, außerdem sind sämtliche Instrumente, besonders die Gitarren mit viel Druck und tollem Sound produziert worden.
'Children of the Flames' ist einfach ein toller Mob Rules-Song, der nicht komplett typisch ist, aber dennoch sofort punkten kann. Allerdings gilt bei ihm wie bei den anderen Songs des Albums: Erst beim dritten oder vierten Durchlauf zündet er; dann aber auch richtig.
Ganz Mob Rules-typisch ist aber 'Trial by Fire', welches eine eingängige Gitarrenmelodie am Anfang platziert hat und dann in einen schnellen Riff/Rhythmus-Modus wechselt. Etwas verwirrend ist Klaus' verzerrter Gesang zu Beginn, das passt aber wunderbar zur düsteren Atmosphäre des Songs.
Im Refrain wird's dann aber doch etwas melodischer, dieser Song sowie 'Astral Hand' sind die beiden, die sofort ins Ohr gehen. Mit starken Boxen/Kopfhörern fällt besonders das tolle Drumming von Nikolas Fritz auf, welches sehr abwechslungsreich und Doublebass-Lastig ausfällt, was mir sehr zusagt.
Mit netten Bass-Lines fällt 'Warchild' auf, der Song ist etwas gemäßigter und spielt sich in Low-Mid-Tempo-Regionen ab. Im Hintergrund ist teils Keyboard-Geklimper zu hören, im Refrain nimmt es aber die eher atmosphärische Rolle ein. Eben jener ist recht eingängig, aber ein wenig langweilig. Im Allgemeinen würde ich hier sagen: Nichts besonderes, aber besser als der Durchschnitt.
Sowieso großartig und schon von der vor einem Monat erschienen EP, sowie diversen Konzerten, bekannt ist 'Astral Hand'.
Dieser Song hat es auch verdient, auf der EP zu stehen, denn er ist das deutlich eingängigste und melodischste Stück auf dem Album. Ein starker Melodic Power-Song mit einer fantastischen Melodie und prima Gitarren.
Etwas überraschender kommt 'The Oswald File' daher, welcher sich thematisch mit der Ermordung John F. Kennedys beschäftigt. Nicht deswegen überraschend, solche politischen Themen hatten Mob Rules ja schon vorher vertont, auch mit einigem Erfolg.
Nein, es ist die Länge des Songs, der mit 18 Minuten deutlich zwischen anderen Mob Rules-Songs hervorsticht, sowie die einleitende Rede JFK's, in welcher er sein Berlinertum verkündet, welche den Song zu einer Überraschung machen. Doch trotz der Länge sind keine wirklichen Längen zu bemerken, eine ergreifende Melodie zieht sich durch den gesamten Song, welcher abwechslungsreich, komplex und einfach perfekt ist. Ein Meisterstück haben Mob Rules hier abgeliefert, welches locker an andere große Alben der bekannte deutschen Vertreter wie Edguy, Helloween und Konsorten heranreicht; Ach, was sag ich, übertrifft!
'Waiting for the Sun' glänzt mit starken Riffs und einem tollen Drummer, ansonsten kann der Song aber nicht wirklich überzeugen. Klaus singt zwar wie immer kraftvoll und gut, dennoch ist das Stück etwas langweilig, was besonders am dahingedudelten Refrain liegt.
Im Gegensatz dazu steht der Rausschmeißer 'The Glance of Fame'. Langsam baut er sich zu einem schnellerem Mid-Tempo-Stück auf, welches mit tollen Melodien und einem tollen Refrain punkten kann. Besonders positiv sind hier die Riffs zu vermerken, welche sehr stark und rhythmisch nach vorne rocken.
Mit 'Radical Peace' können Mob Rules leicht an ihre vorherigen Meistertaten anschließen und vereinen alle ihre Qualitäten, sodass am Ende eines ihrer besten Alben herausgekommen ist: Episch, melodisch, aber nicht kitschig, komplexe Songstrukturen, die jedoch immer nachvollziehbar und eingängig sind und einen fetten Sound mit einem genialen Sänger, der sich nochmals weiterentwickelt hat. Dieses Album wird die Band noch höher katapultieren als vorherige Alben, und die Band wird höher fliegen als die bekannten deutschen Vertreter. Edguy, Helloween und Co. Müssen sich warm anziehen. Nein, sie sollten lieber zuhause bleiben. Gegen Mob Rules haben sie keine Chance!
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