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Mob Rules - Hollowed be thy Name

MOB RULES - Hollowed Be Thy Name

Stil: Melodic Metal
Label: SPV Records
Songanzahl: 10 Songs
Webseite:

http://mobrules.de/

Wertung: 13/15
Reviewer: Steelbound



 

 

 

Man sagt ja immer, das dritte Album einer Band sei ihr Make-It-or-Break-it-Album. Dies trifft auch auf 'Hollowed be thy Name' der Melodic Metaller Mob Rules aus dem Jahre 2002 zu. Im Falle von Mob Rules ist das Album eindeutig ein Make-It-Album.

Die Scheibe bietet starken Melodic Metal, der sich an die Großen wie Helloween, Iron Maiden und Edguy anlehnt, dennoch hört man in jedem Augenblick die Eigenständigkeit der Band heraus. Erwähnenswert sind natürlich auch noch die Gastauftritte von Roland Grapow (Helloween) und Peavy Wagner (Rage).

 

Das Album beginnt direkt mit dem Titelstück, 'Hollowed be thy Name', welches mit einem Klavier eingeleitet wird. Sänger Klaus Dirks singt ruhig und gefühlvoll, dann brechen harte Gitarren und ein modernes Keyboard durch. Wobei ich nicht modern sagen sollte, eher 'futuristisch'. Der Song ist ein purer Power Metal-Kracher und kann gleich im ersten Durchlauf mit seinem epischen und hymnischen Refrain überzeugen.

 

'Speed of Life' ist das, was der Titel schon sagt: schnell.

Treibende Drums jagen das Keyboard und Sänger Klaus zum Refrain, auch dort wird das Tempo nicht weggenommen, dennoch bleibt der Song eingängig. Ebenso beweist Dirks sein großartiges Gesangsorgan mit diesem Stück.

 

Nach diesen beiden Granaten könnten Mob Rules das Tempo etwas rausnehmen, aber nein; es geht metallisch und ohne Pause weiter.

 

'In the Land of Wind and Rain' ist ein perfektes, episches Stück Power Metal, welches mit einem atmosphärischen Keyboard unterlegt ist und zum Headbangen motivierende Gitarrenläufe besitzt.

Im Mittelteil gibt es eine ruhige Passage, dann kommt der, wie ich ihn nenne, 'Mitklatschteil'. In diesem Teil fordert Klaus live das Publikum meistens mit gelungenen Sprüchen wie 'Jetzt will ich aber alle Hände sehen, auch da hinten, aber alle Hände hier!' auf, mitzuklatschen. Auch aus der Konserve ist der Song grandios, ich würde ihn zum besten Lied auf dem Album ernennen.

 

'House on Fire ist ein langsamer Melodic Metal-Song, der mit einer tollen Strophe und einem mächtigen Refrain punkten kann. Hier fällt minimal die Deutsche Abstammung der Band auf ('böaning widsches evrywhäre'), was aber nicht weiter stört, sondern nur zeigt, mit welchen Herzblut die Band dabei ist.

 

Melodic Power Metal ist was Schönes, besonders wenn man wieder großartige Songs dieses Genres entdeckt. Es gibt zwar viele Melodic Metal-Songs und viele Power Metal-Songs, aber nicht viele Bands oder auch Songs, die eine Mischung aus beidem zelebrieren. Mob Rules haben einige dieser Stücke und einer davon ist das schnelle 'Ghost Town'. Ein treibender Gitarrenrhythmus, schnelle Drums und ein guter Sänger, schon entsteht solch ein toller Song. Falls man sich im Voraus aber nicht mit dem Textblatt beschäftigt hat, muss man bei manchen Passagen schon schmunzeln (''There's no one – In Ghost Town'' – Richtig!).

Allerdings ist der Text schon etwas komplexer, da Mob Rules immer zum Nachdenken anregen, wie zuletzt auf 'Ethnolution A.D.'

Auf 'Hollowed be thy Name' geht es inhaltlich um Macht und Machtmissbrauch, also eher gesellschaftskritische und politische Themen. Aber dabei ist anzumerken, dass Mob Rules keine politische Band sind!

 

Der 6. Song, 'How the Gipsy was Born', ist wahrscheinlich der interessanteste Song des Albums, da er zum einen eine Coverversion der Krautrock-Band Frumpy darstellt und da Rage-Fronter Peavy Wagner einen Gastpart hat.

Ich muss zugeben, dass ich die Originalversion schlecht finde, aber so etwas muss einem Metaller auch nicht gefallen  .

Da spricht mich die Mob Rules-Version schon etwas mehr an. Man erkennt den Song nicht wieder, er wurde komplett und sehr gut umarrangiert, sodass er jetzt ein richtiger Power Metal-Song ist. Ein tolles Solo wurde auch eingebaut, der Titel ist nicht nicht so progressiv wie das Original, einfach gut. Peavy liefert eine geniale Gesangsleistung ab, wie man es schon lange nicht mehr gehört hat. Aber auch Klaus muss sich nicht verstecken, die Mischung aus beiden klingt sehr gut.

 

Ein exzellentes Power Metal-Stück folgt mit 'All Above the Atmosphere'. In der Strophe mit Keyboard unterlegt, dann im Refrain einen Chor und gute Rhythmusgitarren, stellt der Song einen charakteristischen Mob Rules-Song dar.

 

Und wieder: Ein Kracher! Schon der Name, 'Lord of Madness', reicht aus, und man weiß, es ist ein hymnischer, hinreißender Power-Song. Eine Fanfare leitet den Song ein, dann folgt ein schneller Keyboard-Sound. Klaus singt einfach göttlich und ein melodischer, epischer Chorus krönt den Song zum Lord of Madness.

 

Zu 'A.D.C.O.E.' sage ich genau das, was das Booklet oder das Internet zum Song sagt: Nichts. Es gibt auch nichts zu sagen. Einfach nur ein Intro zu 'Way of the World'.

 

Dieses ist ein toller, sehr rhythmischer und gut arrangierter Song, welcher mal wieder beweist, auf welcher songschreiberischen Ebene sich Mob Rules befinden. Der Song ist eine sehr gute Kombination aus Melodie und Härte, besitzt überdies eine sehr schöne Bridge und einen ruhigen, aber dadurch tollen Refrain. Auch dieses Stück könnte zum 'Song des Albums' nominiert werden.

 

Aber leider...Das Album ist vorbei. Nach dem Weg der Welt ist Schluss. Was ich sehr bedauere, da das Album mit großartigen Hymnen, schönen Melodien und einem guten Sänger punkten konnte.

'Hollowed be thy Name' reiht sich mühelos in die Klassiker des Power/Melodic Metal ein und setzt ein Zeichen, dass es auch unbekanntere Bands schaffen können, ein Meisterwerk abzuliefern.

Mob Rules beweisen mal wieder, welche Talente sie haben, gute Songs zu schreiben, die kompliziert vom Aufbau, aber zugleich eingängig sind. Dieses Album sollte sich jeder Melodic oder auch Power Metal Fan eimal anhören, sonst verpasst er etwas.

 

 

 


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