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Masterplan - MKII

MASTERPLAN - MK II

Stil: Melodic Metal
Label: AFM Records
Songanzahl: 13 Songs
Webseite:

http://www.master-plan.net/

Wertung: 14/15
Reviewer: Ulli



 

 

Ich bin in meinem Falconer Review schon mal auf Sängerwechsel bei Metal Bands eingegangen. Diese sind immer schwierig. Denn der Sänger ist bei den meisten Bands so ziemlich das Aushängeschild und das Element, an dem man die Band am ehesten wieder erkennt. Ich weiß nicht mehr ob ich das Beispiel von Masterplan und Mike DiMeo im Falconer Review erwähnt habe. Aber wenn, dann habe ich es unter Fehlgeschlagene Wechsel eingeordnet. Aber nicht weil DiMeo ein schlechter Sänger ist. Nein, ganz und gar nicht. Die Musik war auch nicht schlecht. Aber DiMeo ist kein Jorn Lande. Ich weiß, diese Begründung ist an sich schwachsinnig und selbst wenn Grapow sich damals nen Jorn Klon in die Band geholt hätte, hätten wir trotzdem gemeckert, aber leider ist es nun mal so. Aber wie kam es zum Wechsel? Nun, alles fing mit dem zweiten Album „Aeronautics“ an, welches 2005 erschien. Die Musik an sich war zwar gut, kam an den Vorgänger aber nicht heran weil man auf Grund von Jorn Lande einen gang runter geschaltet hat. Es bekam eher mäßige Reviews und in der Band wurde man unzufrieden. Mitte 2006 platzte dann die Bombe: Jorn Lande verlies die Band. Er wollte Musik machen, die mehr in Richtung Hard Rock ging und weil es anscheinend auch Probleme zwischen ihm und Uli Kusch gab. Aber das war noch nicht alles. Denn kurz darauf Platzte die zweite Bombe: Uli Kusch verließ die Band auch! Er hatte sich mit Roland Grapow in die Haare bekommen und laut Grapow ging es so weit, das sogar Anwälte eingeschaltet werden mussten. Grapow musste die beiden also ersetzen. Als Drummer holte er sich seinen alten Freund Mike Terrana (Axel Rudi Pell, Tarja Turunen, Savage Circus und noch zig andere Band deren Namen ich nicht auswendig weis) an Bord, welcher gerade auf unrühmliche Weise von Rage gefeuert wurde. Aber wie würde man Jorn ersetzten? Auch hier musste ein US Amerikaner herhalten: Mike DiMeo, der unter anderem schon für die Bands Riot und The Lizards gesungen hat und momentan für die Power Metaller Ilum und die Hard Rock Band Tenpoint singt. Er hört sich zwar stellenweise wie Jorn an, aber seine Stimme geht mehr ins soulige. Das nächste Album hieß MKII (MK steht für Mark. Ne Anspielung auf die Bezeichnungen der Deep Purple Line-Ups) und erschien 2007. Ging es wieder bergauf für die Band? 

 

 

 

Das Album beginnt mit dem epischen Intro Phoenix Rising und geht dann in das Speed-Monster Warrior’s Cry über. Das ist mit abstand mein Lieblingssong. Hämmerndes Doppel-Bass drumming, treibende Melodie, schnelles Riffing und ein Hymnenrefrain vom Allerfeinsten. Ein wirklich geiler Song. Das einzige was stört, ist Mike DiMeos Stimme. Die passt irgendwie nicht ganz zu diesem Kracher und fällt aus dem Rahmen. Aber wie dem auch sei, so muss ein Album anfangen! 

 

 

 

Weiter geht es mit dem Mit-Tempo Stampfer Lost und Gone, welcher auf die erste Single war. Der Song ist auch eher radiofreundlich, was nichts schlechtes bedeutet. Er wird getragen von einem Riff, welches einem nicht mehr aus dem Ohr geht sobald man es einmal gehört hat und der geigenartigen Keyboard Melodie. Man könnte den Song auch als langsamere Version von Enlighten Me bezeichnen. DiMeos Stimme passt hier super. 

 

 

 

Keeps Me Burning ist ein eingängiger Song irgendwo zwischen Up- und Mid-Tempo der in die selbe Spalte wie Sail on oder Heroes fällt. Die Melodie am Anfang ist genau so genial wie simpel, verfehlt aber nicht ihr Ziel. Auch hier passt DiMeos Stimme ziemlich gut. 

 

 

 

Take Me Over ist ein doomiger Mid-Tempo Stampfer der in die selbe Kerbe wie Crystal Night schlägt. Am Anfang sind nur akustische Gitarre und das Keyboard zu hören bis ein hartes Riff einsetzt und die Band loslegt. Der Refrain ist wie auch bei Crystal Night wieder eher hymnenhaft. DiMeo hat hier seinen glänzenden Moment und bringt hier wohl die Leistung seines Lebens. Es passt wie die Faust aufs Auge. 

 

 

 

I’m Gonna Win ist eine Radiofreundliche Mid-Tempo Hymne die mit einem Klavier beginnt und dann in ein Destiny/Infinite Stratovarius artige Melodie übergeht. Am Anfand der ersten Strophe hört man nur Bass und Keyboard und den großartigen Gesang von Mike DiMeo. Erst später setzt die E-Gitarre wieder ein. Der Refrain ist wieder genial. Er ist Leicht zu merken und lädt zum mitsingen ein. 

 

 

 

Watching the World kann man als Kreuzung von Sail On und Kind Hearted Light bezeichnen. Schnell aber trotzdem eher samt. Die zum Teil eher komplexen Arrangements und die, weil mir gerade kein besseres Wort einfällt, glitzernde Keyboardarbeit von Alex Mackenrott lassen den Song besonders hervorstechen. 

 

 

 

Call the Gypsy beginnt mit dem Sound einer tickenden Uhr. Die E-Gitarre und die atmosphärischen Keyboards setzten ein, aber bevor man sich versieht, sitzt ein orientalisch angehauchtes Riff ein. Aber anders als bei Bleeding Eyes wird die Stimmung hier nicht wirklich düster. Generell erinnert der Song nur an Bleeding Eyes wenn das Riff zu hören ist.

Trust in You ist eine Art Power Ballade, aber irgendwie auch nicht. Der Song beginnt mit einem Piano und einer kaum wahrnehmbaren Keyboardmelodie im Hintergrund. Dann setzt die Sanfte Gitarre von Grapow ein und DiMeo fängt an zu Singen. Seien Stimme kommt hier besonders gut zur Geltung. Der Song hört sich dann bis zum Refrain wie eine typische Power Ballade an, bis dann ihm Refrain die schweren Gitarren einsetzen und wir einen Refrain geliefert bekommen, der sehr an Bleeding Eyes erinnert. Definitiv ein interessanter Song.

 


Der nächste Song, der den Namen Masterplan trägt, wurde noch von Uli Kusch mitgeschrieben bevor dieser die Band dann im Streit verlies. Der Song beginnt wie ein Stampfer, geht dann aber im Refrain in Doppel Bass Drumming über und wird im Refrain wieder ein Stampfer. Der Song gehört zu den komplexeren der Band und Mike DiMeo gibt hier wirklich sein bester. Trotzdem werde ich besonders hier den Eintrug nicht los das dieser Song eigentlich für Jorn gedacht war. Die Bandhymne ist jedenfalls gelungen.

 

 

 

Enemy ist wieder ein eher doomiger Rocker, der sich im Mid-Tempo bewegst. Die Keyboards sind hier sehr zurückhaltend gesät und nur im Intro, dem Refrain und dem Solo zu hören. Aber da auch nur atmosphärisch Der Song ist geht gut ins Ohr, gehört aber zu den schwächeren des Albums. 

 

 

 

Heart of Darkness ist ein 7 minuten Epos, welches aus welchen Grund auch immer ein Bonus Track ist. Es beginnt mit orchestrierter Melodie und einer sanften E-Gitarre im Vordergrund bis die E-Gitarre einsetzt und das ganze zu einer Melodie wird, die sehr an „Sacrifice“ von Edguy erinnert. Der Song selbst wandelt im Mid-Tempo. Ich habe aber irgendwie das Gefühl das der Song einfach nur künstlich in die Länge gezogen wurde und eigentlich auch nur 4 oder 5 Minuten dauern könnte. 

 

 

 

Das Album endet mit dem melancholischen Dying to Live. Die Drums von diesem Song wurden noch von Uli Kusch eingespielt. Der Song wird von der akustischen Gitarre getragen und nur am Anfang und im Refrain und Solo ist die E-Gitarre zu hören. Der Song ist genial, aber es ist verständlich warum man dieses schwermütige Stück als Bonus Track verwendet hat. 

 

 

 

Ist das Album also schlecht? Nein. Wieso wird es dann von so vielen Fans nicht gemocht? Weil DiMeo nicht Jorn ist. Und das ist einfach nur Schwachsinn. Selbst ich muss hier die Rosarote Jorn-Brille abnehmen und dem Album den Respekt zollen, den es verdient. Auch wenn Lande bei manchen Songs besser gepasst hätte, hat die Band um mittlerweile nur noch Roland Grapow ein weiteres geniales Album rausgebracht, welches besser ist als Aeronautics und sich auch vor dem Debüt der Band nicht verstecken muss, auch wenn es nicht ganz an dieses rankommt. Aber auch dieses Line-Up sollte nicht lange halten. Denn im Jahr 2008 (Ja liebe Fans, die Nachricht das Mike DiMeo raus aus der Band ist war schon im Spätsommer 2008 im Bandforum zu lesen. Die Band hat nur fast ein halbes Jahr gebraucht um es bekannt zu geben) und ihm April 2009 platzte dann auch die dritte Bombe: Jorn Lande is Back! Das neue Album ist in Arbeit und wird im Frühjahr 2010 erscheinen! Ich kann es kaum erwarten! Aber um wieder zu MK II zu kommen: Sehr gutes Album was aber nicht ganz an das Erstlingswerk der Band herankommt.

 

 


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