Falconer - Grime Vs Grandeur
FALCONER - Grime vs. Grandeur
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Ein Wechsel des Sängers in einer Heavy Metal Band ist immer so eine Sache. Entweder es ist das „Non plus ultra“ (Iron Maiden von Paul Di’Anno zu Bruce Dickinson, Judas Priest von Alan Attkins zu Rob Halford, Kamelot von Mark Vanderbilt zu Roy Kahn, Stratovarius von Timo Tolkki zu Timo Kotipelto, Helloween von Kai Hansen zu Michael Kiske und dann von Michael Kiske zu Andi Deris, Evergrey der Typ der eigentlich singen sollte zu Tom S. Englund,, Black Sabbath von Ozzy zu Ronnie James Dio) oder es ist der totale Reinfall (Iron Maiden von Bruce Dickinson zu Blaze Bayle, Judas Priest von Rob Halford zu Tim Owens (ich sage hier nicht das Blaze und Owens schlechte Sänger sind, ich spreche hier nur von Erfolg der Band), Accept von Udo Dirkschneider zu David Reeece, Masterplan von Jorn Lande zu Mike DiMeo). Für Falconer war es wohl eher ein Reinfall, was aber nicht an den Alben lag.
Aber erstmal zur Band. Gegründet wurde diese im Jahr 1999 von Gitarrist Stefan Weinerhall nachdem dieser seine Folk Metal Band Mithotyn aufgelöst hatte um etwas mehr melodische Musik zu machen. Zusammen mit seinem alten Bandkollegen Karsten Larrson und Musical Sänger Mathias Blad, welchen er über dessen Schwester Helene die von 1994 bis 1995 in Mithotyn Keyboard spielte kennen lernte, eine Demo auf. Blad war eigentlich nur als Studiomusiker gedacht, wurde aber bald Mitglied der Band. 2001 erschien dann ihr Debüt-Album „Falconer“. Musikalisch war es als Power Metal mit großen Folk-Einfluss einzustufen. Es bekam durchweg gute Kritiken. Das zweite Album „Tales from a Vale Forlorn“, kam ähnlich gut an und folgte der selben Formel wie sein Vorgänger.
Aber die Band war nicht zufrieden. Man wollte mehr Live-Shows spielen, aber Blad war nicht bereit seine Karriere als Musical Sänger aufzugeben. So verlies er Ende des Jahres 2002 die Band. Das war ein großes Risiko. Denn Mathias Stimme war das Markenzeichen der Band. Ohne ihn ging der Band der besondere Charme verloren, denn sie durch Mathias Stimme hatte. Ersetzt wurde Blad von einem gewissen Kristoffer Göbel. Göbel ist keinesfalls ein schlechter Sänger. Seine Stimme ist etwas tiefer und rauer und man merkt das er nicht das selbe Gesangstraining hatte wie Mathias Blad. Aber trotzdem ist er ein überdurchschnittlicher Sänger. Das erste Album mit Göbel, „The Sceptre of Deception“ wurde nach der selben Formel gemacht wie die ersten beiden. Und hier liegt das Problem: Göbels Stimme und die Musik die Falconer bis dahin machten passten nicht zusammen. Seine Leistung ist gut aber irgendwie ist es sehr ungewohnt. Der Sound des Albums lässt an manchen stellen auch sehr viel zu wünschen übrig. Bei der einschlägigen Presse kam das Album auch dementsprechend schlecht an.
Nach der Tour zum Album kam es aber erstmal zu weiteren Line-Up wechseln. Die Brüder Peder und Anders Johansson (nicht verwand mit den Johansson Brüdern Jens (Stratovarius) und Anders (HammerFall) Johansson) wurden wegen Streitigkeiten gefeuert und durch Magnus Lindhardt am Bass und Jimmy Hedlund an der Gitarre ersetzt. Und das war nicht die einzige Veränderung. Das 4. Album „Grime Vs. Grandeur“ wurde im Dezember 2004 aufgenommen und im Mai 2005 veröffentlicht. Viele Falconer Fans waren geschockt und verwundert. Wieso? Ganz einfach: Nachdem man selbst feststellte, das Göbel nicht wirklich zum mittelalterlichen Sound der Band passt, wurde der Sound einfach komplett umgekrempelt. Okay, es ist nicht so Extrem wie bei Sonata Arctica mit Unio oder Edguy mit Rocket Ride und Tinnitus Anus, aber trotzdem spring es einem, wie soll ich das jetzt ausdrücken, sofort ins Ohr.
99,9% der Folk Elemente wurden einfach verworfen. Wir haben hier ein pures Power Metal Album. Ist das was schlechtes? Nein. Es ist nicht das, was man erwartet, aber das macht es nicht schlecht. Im Gegenteil: ich würde sogar behaupten das dieses Album zu den besseren Alben seiner Sorte zählt. Von den schnellen Songs wie Purgatory Time, No Tears for Strangers und Child of the Wild zur modernen mid-tempo hymne Cross Emotional Skies über Mit-Tempo Stampfer wie I Refuse ist hier wirklich für jeden was dabei. Besonders gefallen hat mir der Song Humanity Overdose mit seinen Tempowechseln, dem Hymnen-Refrain und dem Mittelteil der sich wie ein klassischer Falconer Song anhört und das schnelle Child of the Wild, welches fürs nächste Album mit Sänger Mathias Blad als Bonus Track neu eingespielt wurde, der oben erwähnte Stampfer(I Refuse) bei dem Snowy Shaw (Ex-Dream Evil) die Drums einspielte und das flotte „No Tears for Stranger“.
Generell beweist die Gruppe großes musikalisches können. Mit Hedlund hat mein ein großartigen Gitarrist gefunden, der Leider zu unrecht immer noch sehr unbekannt ist. Lindhardt ist als Bassist auch nicht zu verachten. Auch zu erwähnen ist die weibliche Background Sängerin die man sich für die Aufnahmen ins Studio geholt hat. Ich finde sie ganz ehrlich etwas unnötig aber Schaden tut es den Songs nicht. Das Problem mit dem Sound hat man behoben. Alles in allem eigentlich ein gutes Album. Vielleicht kein gutes Falconer Album, aber ein gutes Power Metal Album. Aber wie oben schon erwähnt wurde das Album von den Kritikern zerrissen und so beschloss man im Herbst 2005 Göbel zu feuern, auf Live Shwos zu verzichten, sich auf ihre musikalischen Wurzeln zurück zu besinnen und Blad wieder in die Band zu holen.
Das Fazit: Ein Wechsel des Sängers in einer Heavy Metal band ist immer so ne Sache. Entweder es ist das „Non plus ultra“ oder es ist der totale Reinfall. Für Falconer war es wohl eher ein Reinfall, was aber nicht an den Alben lag. Bei ersten war es die Kombination und beim zweiten war es einfach kein Falconer Album mehr. War das Album aber deswegen schlecht? Nein. Die Jungs haben ein seht gutes Power Metal Album veröffentlicht, welches sich nicht hinter den ersten beiden Falconer Alben verstecken muss. Generell macht es wenig Sinn es mit den alten Alben zu vergleichen weil sie einfach zu verschieden sind.
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