Ensiferum - Victory Songs
ENSIFERUM - Victory Songs
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Ensiferum meldet sich nach 3 Jahren zurück, mit einem großen Besetzungswechsel: Nur mehr Gründer Markus Toivonen blieb der Band erhalten. Vor allem der Verlust des ehemaligen Sängers und „Gitarrengottes“ Jari Mäenpää ließ die Hoffnung auf das neue Album sinken. Doch da kam der Tag, an dem „Victory Songs“ angekündigt wurde und schließlich der Tag, an dem es die ersten Hörer in die Hände bekamen. Nun werde ich es so beschreiben, als würde ich die CD nicht zum 156ten Mal hören, sondern wie am ersten Tag, als ich mir das Digipack ergattert habe; also CD rein ab in dieses lange und mit Skepsis erwartete Album.
Natürlich beginnt es wieder mit einem Intro. Und die Intros von Ensiferum haben die Gabe einen wissen zu lassen, wie das gesamte Album ausschauen wird. „Ad Victoriam“ beginnt mit Rauschen aus der Natur und leisem Donnergrollen gefolgt vom Hufschlägen. Dann geht es los mit einer sanften, vom Keyboard getragenen, Melodie untermalt von einem leisen Glöckchen, das im Takt geschlagen wird. Dann kommt eine Flöte, die das Keyboard ersetzt, welches gegen Ende aber wieder kommt und ein episches Ende anschwelgen lässt. Leise und unauffällig hört es auf.
Einfach episch gehalten, schöner Sound und zum Glück nicht pur vom Keyboard erzeugt.
Dann brüllt es einem entgegen und “Blood is the Price of Glory” beginnt, rasch und hart und fesselt einen durch gnadenlose Brutalität vom Lied und von den Lyrics her. Ein kurzer gesprochener Text untermalt von Chorälen (ich habe sie vermisst) der Sänger bietet kurze Atempause, bis der Song weiterhämmert.Nach dessen Ende wird einem kein Verschnaufen gegönnt. “Deathbringer from the Sky” ist ebenfalls ein sehr harter und brutaler Song, doch Folk-Elemente kühlen ihn dazwischen ab. Das Keyboard offenbart aber ebenfalls seine große Rolle.
Was erwartet man sich jetzt, wenn man an die alten Alben zurückdenkt? Richtig: ein melancholischer Song. Man hört den Wind leicht rauschen... Doch dann? Es hämmert einen wieder entgegen, gefolgt von einem stimmigen ‘Folk-Riff’(?). “Ahti” hat begonnen und setzt den neuen Faden der Brutalität fort und bietet auch reichlich Folk-Elemente. Ein weiterer und noch wahrerer Ensiferum- Song!
“One more Magic Potion” ist ein weiterer sehr gelungener Song, mit reichlich Folk-Instrumenten und sehr schöner Melodie, doch trotzdem bleibt die Härte erhalten. Wieder ein Song, der sich ohne Scham “Ensiferum” nennen lassen kann!
Nun nach diesen Minuten voller Brutalität bekommt man was Ruhiges zu hören: “Wanderer”. Clearer Gesang und die treibenden Riffs und Bassline dominieren den Song, bis der epische Refrain
„He will ride across land and time
To find a way through this endless night
There s a storm in his heart
And the fire burns his soul
But the wanderers part is to ride alone „ anstimmt.
Etwas erfrischend Neues und eine gute Atempause nach den 4 Gemetzeln davor.
Bei „Raised by the Sword“ wird wieder langsam und mit Folk begonnen, geht dann aber in die hart gespielten Drums über. Der Song ist wieder sehr hart, doch hat er einen beruhigenden Refrain, der episch und clean von den Bandmitgliedern dargeboten wird.
„The new Dawn“ hat eine sehr eingängige und tragende Melodie und außerdem ein sehr gelungenes Gitarren- Spiel, das Jari würdig ersetzt.
Nun der letzte Song und Titelsongs des Albums; “Victory Song”.
Er beginnt ebenfalls mit einer Folk-Melodie, doch währt diese länger als bei den anderen Songs und wird vom Keyboard untermalen. Dann stimmt schließlich die Gitarre ein, dann ein Chor und dann beginnt das Meisterstück. Das gesamte Können der Band trifft sich auf diesem Stück. Man kann ihn kaum beschreiben. Der Song klingt mit Folk und Regengeräusch leise aus und lässt einen voller Eindrücke zurück. Wohlgemerkt voller GUTER Eindrücke!
Ensiferum hat ein Meisterwerk geschaffen! Neuer Sänger und Gitarrist Petri Lindross hat würdig seinen Part geleistet und nicht enttäuscht. Doch Jari fehlt trotzdem was man etwas an dem Gitarren-Spiel merkt, aber vor allem an den Lyrics, denen es an Tiefgang fehlt. Dafür haben wir, trotz des viel stärker gewordenen Keyboardeinsatzes, wieder jede Menge Folk und wieder epische Choräle dabei.
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