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Ensiferum - From Afar

ENSIFERUM - From Afar

Stil: Viking Metal
Label: Spinefarm Records
Songanzahl: 9 Songs
Webseite:

http://www.ensiferum.com/

Wertung: 14,5/15
Reviewer: Fandanimus



 

Die „Schwerttragenden“ sind wieder da, und wie. Knapp 2 ½ Jahre nach dem grandiosen „Victory Songs“, bei dem Petri Lindroos sein Debüt als neuer Sänger gab, folgt nun mit „From Afar“ das neue und mitlerweile 4. Studio-Album der finnischen Nordmänner. Doch kann es eigentlich noch stärker werden als der Vorgänger?

 

Los geht es mit dem obligatorischen Intro, dass hier auf den Namen „By the Dividing Stream“ hört. Für das Gesamtkonzept äußerst wichtig. Denn nach der Akustik geht es richtig los. Als ich den Titelsong „From Afar“ zum ersten mal auf der Metal Hammer Compilation hörte, konnte ich zunächst nicht viel damit anfangen. Aber nach fünf weiteren Durchläufen steigerte sich das Lied immer mehr. Mittlerweile nenne ich es eine unschlagbare Hymne, die vor Kraft und Bombast nur so strotzt. Ein solch eindringliches Lied habe ich von Ensiferum bisher nicht gehört. Ein genialer kraftvoller Opener für dieses epische Stück Viking Metal Geschichte.


Weiter geht es mit dem wohl eingängigsten Song, „Twilight Tavern“. Episch, einprägsam und heroisch. Klingt nach einem astreinen Power Metal Song. Dies ist er auch fast, wäre da nicht Petris Growling, dass dem Song zusätzlich Kraft verleiht. Nach dem eingängigen Pracht-Refrain wird der Krieger von Walküren (engl. Valkyries) in Form von zartem, weiblichen Opern-Gesang nach Valhalla begleitet. Absolute Gänsehaut! Der Mittelteil ist gespickt mit feinsten Folk-Melodien, die mich unweigerlich an tanzende Elfen im Wald denken lassen. Ein Gassenhauer der allerfeinsten Sorte. Weltklasse.


„Heathen Throne“ ist der erste von zwei überlangen Songs des Albums. Langsame, getragene Melodien die in einem mehrstimmigen Chor-Refrain ihre Perfektion erreichen. Der Song besticht durch viele Tempo Wechsel und verschiedene Gesangslinien, bis der zu Anfang langsam getragene Refrain zum Schluss noch einmal schnell und laut heraus geschrien wird. Alle Details dieses epischen Meisterwerkes werden sich wohl auch nach dem 30ten Mal hören nicht entlocken lassen.


„Elusive Reaches“ ist ein eher kurzes, aber melodisch sehr starkes Stück, welches mir immer wieder die Frage aufwirft, wie man selbst nach hundert eigens komponierten Songs immer noch solche starken Melodien aus dem Ärmel schütteln kann, eigentlich unglaublich. Ein Song der rein musikalisch und auch wegen des zweistimmigen, hymnischen Refrains an typischen Melodic Metal erinnert, durch seine Instrumentalisierung allerdings die Kurve zum Folk-Metal-Song kriegt.


Jetzt folgt die erste Überraschung. In „Stone Cold Metal“ findet sich der Protagonist plötzlich in einem Western-Film wieder, der durch einen ca. 3 minütigen Country-Mittelteil verstärkt wird. Eine geniale Idee, die auch gut zum Song passt. Einige werden die Stirn runzeln, die Humor im Metal (und wahrscheinlich auch im Leben) als Schwachpunkt ansehen. Mir gefällt’s.


„Smoking Ruins“ ist neben Twilight Tavern wohl der eingängigste und hymnischste Song des ganzen Albums. Mit fast ausschließlich cleanem Gesang erinnert der Song mich unweigerlich an „Wanderer“ vom letzten Album. Live wird diese Hymne herausragend sein, habe ich doch niemals zuvor einen Refrain von Ensiferum gehört, der sich melodisch so perfekt in das Lied eingearbeitet hat wie hier. Absolut genial.


„Tumman Virran Taa“ ist ein 50sekündiges Intro zum abschließenden Song, der von einem Männer-Chor in finnischer Sprache dargeboten wird.


„The Longest Journey (Heathen Throne Part II) bietet den Rausschmeißer des Albums, der in direktem Zusammenhang zu „Heathen Throne“ steht. Hier werden auch zum ersten Mal auf dem Album zu Anfang des Songs Black Metal Töne laut, die sich jedoch schnell in einem perfekten hymnischen Chor auflösen. Dieser Song hat alles, was Epic eigentlich bedeutet. Länge, Bombast, Härte, Tempi Wechsel und Abwechslung. Der große Bruder des „Victory Songs“.

 

Fazit: Ensiferum’s Meisterstück. Hier werden Maßstäbe gesetzt und die Meßlatte für andere Viking Metal Bands extrem hoch geschraubt. Ich weiß nicht, ob es den Nordmännern gelingt, diesen absoluten Geniestreich und Meilenstein des Genres noch mal zu wiederholen. Obwohl gleiche Töne auch schon nach dem letzen Album laut wurden, und es dennoch getoppt wurde. Einziges winziges Manko ist der teilweise etwas old-schoolige Schlagzeugsound, der etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dies tut der Sache allerdings keinen Abbruch.

Ensiferum haben den perfekten Soundtrack für herbstliche und winterliche Wald Spaziergänge konstruiert. Eines der genialsten Alben des Jahres.

 


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