Edguy - Theater of Salvation
EDGUY - Theater of Salvation
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Edguy zählt mittlerweile wohl zu den bekanntesten Metal-Bands, was sie nicht zuletzt dem ebenfalls sehr erfolgreichen Nebenprojekt Avantasia von Frontmann Tobias Sammet zu verdanken haben. 8 Alben haben die Hessen mittlerweile veröffentlicht und diesmal möchte ich mich mit einem ganz speziellen Werk von ihnen beschäftigen, welches bei mir allgemein einen sehr hohen Stellenwert genießt. Es handelt sich um Theater of Salvation, ein Album, welches ich vor einigen Jahren kennengelernt habe.
Das Album beginnt mit dem epischen Intro „The healing Vision“. Ein wunderbarer Chor gespickt mit einem Piano und einer leichten Orchestration schmückt dieses Intro perfekt. Man weiß sofort, dass Power Metal von der feinsten Sorte auf einen wartet. Das Intro geht fast nahtlos in den Opener über.
Mit „Babylon“ erleben wir einen echten Kickstart ins Album, der sofort mit einem dicken Riff beginnt. Eine absolut perfekte Uptempo-Hymne mit Ohrwurmcharakter. Der Speed wird nur bei der Bridge ein wenig herausgenommen, ansonsten befinden wir uns die ganze zeit im Uptempobereich, was für einen Opener NIE schlecht sein kann. Tobi Sammet zeigt auch sofort, was er mit seiner Stimme drauf hat und überzeugt ebenfalls. Den Refrain möchte man schon beim 2. Mal mitgrölen, aber man ist zu sehr mit dem headbangen beschäftigt. Einen besseren Start konnte man wohl kaum erwarten.
Mit „Headless Game“ folgt eine Nummer, die das Tempo im Vergleich zu Babylon deutlich drosselt. Allerdings stellt sich das nicht negativ dar, weil man ja nicht unbedingt direkt mit 3-4 Speedsongs weggeballert werden will. Zudem gestaltet es sich so abwechslungsreicher, was sowieso nie schlecht sein kann. „Headless Game„ ist auch definitiv nicht so happy wie „Babylon“, sondern klingt etwas düsterer von der Grundstimmung her. Allerdings wird im Refrain das gleiche gezeigt, wie schon bei Babylon. Ein dicker Ohrwurm, der sich sofort festsetzt und erneut zum Headbangen einlädt. Also haben wir auch mit „Headless Game“ einen richtig starken Track, ganz gleich, ob er nicht an Babylon heran kommt.
Mit „Land of the miracle“ erwartet uns nun die erste Ballade und sie könnte gar nicht schöner beginnen. Der Song beginnt mit leichten Pianoklängen und bringt sofort ein wohliges Gefühl rüber. Dann setzt Tobis Gesang ein und man merkt sofort, dass es sich hierbei um eine sehr positive Ballade handelt. Spätestens mit der Bridge setzt dann auch das Gänsehautfeeling ein. Zum Refrain kann ich nur eines sagen: „Godlike!“ Mit dem Refrain setzten übrigens auch die Drums ein, die dem Song die nötige Kraft verleihen, um zu einer perfekten Ballade zu werden. Natürlich gibt es auch ein schönes Solo, wie man es von solch einer Ballade erwarten würde. Unterstützt wird die Gitarre allerdings kontinuierlich vom Piano, welches allerdings gar nicht stört. Mitten im letzten Refrain setzt ein Chor ein, der in einem ein unbeschreibliches Gefühl hervorruft. Mit zunehmender Dauer wird Tobi Sammets Leadgesang immer leiser und am Ende hört man nur noch dieses wundervolle „I believe in Miracles, they happen everyday!“, welches vom Chor perfekt inszeniert wird. Kaum ein Song ruft bei mir so eine Gänsehaut hervor wie dieser. Ich könnte noch mehr zu „Land of the miracle“ schreiben, aber wir wollen uns ja noch den anderen Songs des Albums widmen.
Mit „Wake up the king“ gehts dann auch wieder in den Uptempobereich. Also haben wir eigentlich schon alles bekommen oder? Episches Intro, Uptempo Song, Midtemposong und Ballade. Ändert nichts daran, dass man nach den ersten Tracks süchtig wird und definitiv mehr hören will. Da kommt „Wake up the king“ genau richtig! Der Song gestaltet sich ähnlich wie Babylon, wenngleich auch nicht so happy. Düster oder depri würde ich das allerdings auch nicht nennen. Der Refrain macht erneut einfach nur Spaß und wird von mittelalterlichen Klängen begleitet, wie es sich für einen Song mit solch einem Titel auch gehört. Besonders erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass der Refrain am Ende in einer anderen Tonlage präsentiert wird, was ebenfalls richtig genial rüber kommt. Zusätzlich dazu besitzt der Song den bislang besten Mittelteil des Albums, der mit dickem Chor daherkommt. Auch hier ist wieder einfach alles perfekt und man fragt sich, wann einen der erste Dämpfer erwartet.
Aber auch „Falling down“ will keine Schwächen zeigen und bewegt sich ebenfalls im angehobenen Tempo, auch wenn es langsamer ist als z.B. „Babylon“. Zu den Strophen gibt es auf diesem Album eigentlich nicht viel zu sagen, da sie sich durchweg auf einem gehobenen Niveau befinden. Der Refrain lädt allerdings mal wieder zum mitsingen ein mit Textstellen wie „You don’t have to wait, I’ll be to late“. Das würde sich live perfekt anbieten, auch wenn Edguy diesen Song noch nie gespielt haben soweit ich weiß. Zwar klingt der 1. Teil des Refrains mit jener Textstelle bis hierhin etwas ungewöhnlicher als der Rest, da er einfach anders betont wird bzw. mehr wie so eine Art „Ruf“ klingt, aber der 2. Part des Refrains übernimmt dann wieder die typische Power Metal Manier. „Falling down“ ist bisher zwar der schwächste Song, aber als schwach könnte man diesen Song eigentlich niemals bezeichnen. Die anderen sind einfach nur NOCH besser.
„Arrows“ fly beginnt mit einem so derart geilen Riff, dass er für mich bis heute zu den besten Riffs überhaupt gehört. Der Titel bewegt sich auch wieder im Uptempobereich und ist für mich definitiv der stärkste Track des Albums. Die Struktur ist keineswegs anders, als bei den bisherigen Tracks, aber dieser derart geniale Riff, der immer wiederkehrt und der perfekte Refrain machen dem Song zu einem echten Kracher. Dieser Refrain lädt sogar noch eher zum mitgrölen ein, als der letzte Song. Dieses langgezogene „AAAAROOOWS FLYYYY“ könnte ich mir bei einer guten Kulisse perfekt vorstellen. Allerdings wurde dieser Song bislang auch noch nie live gespielt.
„Holy Shadows“ gehört wieder eher zur Kategorie „etwas düsterer“, was dieser Titel ja eh schon vermuten lässt. Dazu bewegt er sich auch im Midtempobereich und wartet diesmal nicht mit so einem dicken Refrain auf. Zwar ist der Song keinesfalls schlecht, aber es ist einer von diesen Songs, die man öfter gehört haben muss, um sie zu mögen. „Holy Shadows“ ist einfach etwas unspektakulärer als der Rest, aber an sich schadet das dem Album nicht, da man so wieder zu mehr Abwechslung kommt. Ich kann jetzt schon vorwegnehmen, dass „Holy Shadows“ der schwächste Song auf dem Album ist.
Mit „Another Time“ folgt nach „Land of the miracle“ nun die 2. Ballade. Diese stellt sich allerdings sehr traurig dar, was nach der Happy Ballade ja auch zu erwarten war. Auf Drums kann man hier lange warten! Der Song wird nur von einem Piano und leichten Streichern begleitet. Dazu natürlich noch Tobis sehr gefühlvolle Stimme und es könnten bei dem ein oder anderen Hörer vielleicht auch die Tränchen kullern. Scherz am Rande, wir sind doch alle Metaller und Tränen sind bei uns fehl am Platze!
Dennoch ist dieses Stück wirklich SEHR emotional und bewegt zumindest mich zutiefst mit dem ausdruckstarken Refrain.
Nun folgt mit „The Unbeliever“ wieder ein Song, der das Tempo anhebt. Natürlich entpuppt sich der Track direkt als typische Power Metal Nummer, wie wir sie schon öfters auf diesem Album gehört haben. Besonders den starken Chor möchte ich immer wieder positiv hervorheben, da er auch diesmal wieder großartige Arbeit leistet. Dadurch wirkt alles noch mitreißender und emotionaler.
Es gibt nicht viel zu diesem Song zu sagen, es macht einfach nur Spaß, zuzuhören und so soll es ja auch sein. Nun fehlt auf diesem Album nur noch eins, der Longtrack.
Genau diesen bekommen wir mit dem Titeltrack jetzt serviert. Der Song hat wohl eines der besten Intros, die ich je gehört habe. Nur ein bisschen Orgel und sanfte Klänge des Chors, die dann plötzlich „ausarten“ und von einem kräftigen Drumgewitter begleitet werden. Der Chor zeigt noch mal seine ganze Stärke und wirkt sich beim Hörer sicher mit dem Effekt der Gänsehaut aus. Folglich wird der Song schnell und Tobis Stimme setzt ein. Die Bridge ist sehr ruhig gehalten, bevor man den verdammt starken Refrain auf den Hörer loslässt. Dieser ist im Midtempobereich gehalten und klingt verdammt positiv! Manchen werden jetzt vielleicht Freudentränen kommen, weil man für ein derart perfektes Album auch noch so einen fetten Abschluss bekommt. Natürlich gibt es auch noch ein schön langes Solo und einen ruhigen Part, der nur Tobis Stimme zeigt, die von Streichern begleitet wird. Auch der Chor wird noch mal wunderbar im Mittelteil eingesetzt und so bleiben am Ende keine Wünsche mehr offen. Es gibt sogar noch ein 2. Solo und einen erneut genialen Chorpart, der den positiven Eindruck dieses Songs perfekt unterstreicht. Und man mag es kaum glauben, aber sogar ein 3. Solo lässt nicht auf sich warten, ehe der letzte Refrain einsetzt. Dieser blendet am Ende aus und nach etwas Wartezeit bekommen auch die Komiker unter uns noch was Feines geboten.
Fazit: Edguy haben sich selbst übertroffen und legen mit „Theater of Salvation“ eines der besten Power Metal Alben hin, das je produziert worden ist! Bis heute haben es Edguy meiner Ansicht nicht mehr geschafft, ein derart starkes Werk auf den Markt zu bringen, auch wenn Hellfire Club nah dran ist. Wer epischen Power Metal mag, der MUSS hier zugreifen! Edguy in Höchstform!
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